Mach es zu Deinem Projekt?

09. Januar 2012

Hat sich nicht jeder schon einmal die Frage gestellt, warum es überhaupt Handwerker gibt, wie zum Beispiel Maler und Lackierer, die ihren Beruf über mehrere Jahre erlernten, wenn es doch theoretisch ohne nennenswerte Vorkenntnis im Bezug auf Lackiertechnik möglich sein kann, ihre Arbeit im Do-it-yourself-Verfahren zu erledigen? Wenn man theoretisch nur zum nächsten Baumarkt fahren muss, um sich einen Pinsel und eine Dose Farbe zu kaufen, damit man vom Streichen der Fensterrahmen, über die Renovierung der Möbel bis zur Reparatur von Kratzern im Autolack alles zu seinem Projekt machen kann? Wer es ausprobiert wird vermutlich schon vor den Regalfronten feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, wie die Werbung das verspricht. Da stehen Alkydharze neben Kunstharzlack und Acryllack und schon klopft das Gewissen an, denn nur auf den Acryllacken zeigt der blaue Engel, dass man nicht zum Umweltsünder wird, kaum dass man den Pinsel in die Farbe tauchte, nachdem man den  Deckel der Dose mit dem Laguiole aufhebelte. Womit nun schon das nächste Problem zu lösen ansteht, denn welchen Pinsel man nun aussucht, scheint keinesfalls egal zu sein. Wozu gäbe es sonst Rund- und Ringpinsel und Flachpinsel und das auch noch als Naturborste oder synthetischen Borsten, wenn nicht jedes Werkzeug zu einer bestimmten Lackiertechnik passen würde?

…oder überlasse es doch  lieber dem Lackierprofi

Wer nun zum Beispiel glaubt, dass man mit der Chinaborste immer richtig liegt, wird eventuell rasch feststellen, dass sie sich leider nicht mit Lacken auf Wasserbasis versteht und aus Trotz aufquillt, um weich um instabil zu werden und um vermutlich aufzuzeigen, dass es durchaus Sinn macht, einen Beruf von der Pike auf zu lernen oder einen Profi zu engagieren, der sein Handwerk versteht. Der Handwerker weiß natürlich, wann er welchen Pinsel benutzt, um das beste Streichbild zu erzielen. Er kombiniert die Lackierwalzen passend zum Lack und erzeugt mit seiner professionellen Lackiertechnik kein Streichbild, dass an Orangenhaut erinnert, weil lauter Luftbläschen im Lack eingeschlossen wurden. Man findet beim Handwerker auch keine Lacknasen oder Lackläuse auf der frisch gestrichenen Oberfläche und vor allem weiß er, welche Lackiertechnik welchen Lack erfordert und welche Lacke mit Schaumstoffwalzen und welche mit kurzflorigen Filzrollern aufgebracht werden sollten. Die Arbeit des professionellen Handwerkers beginnt schon mit der perfekten Vorbereitung der zu streichenden Fläche. Wo der Laie möglichst rasch ein Ergebnis sehen möchte, weiß der Handwerker, dass ein schlecht vorbehandelter Untergrund nie ein zufriedenstellendes Ergebnis zulassen wird. Wer also glaubt, viel Geld zu sparen, wenn er keinen Handwerker engagiert, der wird unter Umständen die fehlgeschlagenen Versuche mangelhafter Lackiertechnik schlussendlich mit dem Laguiole von den Flächen kratzen müssen und sich dabei auch noch das teure Messer ruinieren.

 

 

 

 

 

 

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